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CHIP-Forum (c) Hubert Burda Media

CHIP-Forum: Von Hackern lernen

Vom BKA bis zum Pentagon: 2011 war das Jahr der Hacks. Was können wir von Hackern lernen? Und wie sicher sind unsere Daten eigentlich noch? Darüber diskutierten Experten am Dienstag beim CHIP-Forum im Rahmen der CeBIT-Preview 2012 in München.

„Hacks sind faszinierend und beängstigend zugleich“, näherte sich Moderator Thomas Pyczak, CHIP-Geschäftsführer und Chefredakteur, dem Phänomen. Nur selten gibt es Aufklärung über die Absichten der Hacker, nur gelegentlich steht ein Gesicht für einen spektakulären Scoop. Anders am Dienstagabend im Münchner Marriott Hotel: Mit Sebastian Schreiber war der derzeit wohl prominenteste deutsche Hacker zu Gast – allen Klischees zum Trotz geschniegelt mit Anzug und Krawatte.

Schreiber leitet heute seine eigene IT-Sicherheitsfirma. Doch als Hacker versteht er sich gar nicht. „Ich würde mich selbst als Penetrations-Tester bezeichnen“, sagte Schreiber. „Ich attackiere ausschließlich Unternehmen, die mich auch damit beauftragen.“

Deutlich kritischer sieht Raimund Genes die Spezies der Hacker: „Wenn ich sehe, welche Summen Cyberkriminelle erwirtschaften, halte ich die Sicherheitsbranche immer noch für unterbezahlt“, verwies der deutsche Technikchef des Anti-Malware-Spezialisten Trend Micro auf den wirtschaftlichen Schaden, den kriminelle Hacker verursachen.

Nicole Britz von der Piratenpartei forderte deshalb, die Bevölkerung stärker für das Thema „IT-Sicherheit“ zu sensibilisieren. „Viele Leute schreiben Dinge in E-Mails, die sie niemals auf eine Postkarte schreiben würden“, erklärte Britz. „Dabei sind beide Verfahren im Grunde gleich transparent.“

E-Mails zu verschlüsseln könnte deshalb schon ein erster Schritt hin zu mehr Sicherheit sein, darin waren sich die Experten beim CHIP-Forum einig. „100-prozentige Sicherheit bietet freilich auch das nicht“, wandte Schreiber ein. „Aber Sie schließen ja auch Ihre Haustüre ab, obwohl Sie wissen, dass sie sich aufbrechen lässt“, veranschaulichte Schreiber einen gängigen Denkfehler beim Thema „IT-Sicherheit“.

In die gleiche Kerbe schlug Trend-Micro-Technikchef Genes zum Ende der einstündigen Diskussion: „Wir brauchen ein höheres Sicherheitsbewusstsein.“ Denn das würden schon die jüngsten Hacks des BKAs und Pentagons zeigen: Es ist der Faktor „Mensch“, der über die IT-Sicherheit in seinem Umfeld entscheidet – ob am heimischen Rechner, im Büro der Chefsekretärin oder in den hochsensiblen Serverräumen staatlicher Stellen.

„Wir sind hierzulande vielleicht sicherheitsbewusster als der Wilde Westen und der gefährliche Osten“, verglich Genes Deutschland mit den USA, Russland und China. „Aber wir müssen begreifen, dass IT-Sicherheit bei jedem einzelnen von uns beginnt.“

Einen ausführlichen Beitrag zum CHIP-Forum sowie eine Vorschau auf alle Highlights der CeBIT 2012 (6. bis 10. März) lesen Sie in der
CHIP 03/2012. Das Magazin ist ab 3. Februar am Kiosk erhältlich. Zeitgleich erscheinen multimediale Ausgaben für das iPad und Tablet-PCs mit dem Android-Betriebssystem.

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